Artenschutzprüfung Stufe 1 NRW: Wichtige Schritte zum Schutz unserer Arten
Die Artenschutzprüfung Stufe 1 in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist ein entscheidender Schritt, um den Schutz unserer heimischen Arten zu gewährleisten. Diese Vorprüfung ist der erste Schritt in einem mehrstufigen Verfahren, das sicherstellt, dass bei geplanten Vorhaben die Belange des Artenschutzes angemessen berücksichtigt werden.
In dieser Stufe geht es darum, potenzielle Konflikte mit europäisch geschützten Arten zu identifizieren. Hierzu gehört eine umfassende Einschätzung, ob in dem geplanten Gebiet geschützte Arten vorkommen oder ob negative Auswirkungen auf diese Arten zu erwarten sind. Es ist wichtig, dass bereits in dieser frühen Phase mögliche Risiken erkannt und dokumentiert werden, um spätere Probleme zu vermeiden.
Ein zentraler Aspekt der Vorprüfung ist die Zulässigkeit des Vorhabens. Dabei wird überprüft, ob:
- Keine vorkommenden oder zu erwartenden europäisch geschützten Arten im Projektgebiet sind.
- Das Vorhaben keine negativen Auswirkungen auf diese Arten hat.
Um diese Einschätzungen vorzunehmen, sollten die Planer auf aktuelle Daten und Informationen zurückgreifen. Das Fachinformationssystem ‘Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen’ des LANUV bietet wertvolle Ressourcen, um die notwendigen Informationen über planungsrelevante Arten zu erhalten. Hier finden sich Details zu Schutzstatus, Lebensraumansprüchen und Vorkommen, die für die Vorprüfung unerlässlich sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stufe 1 der Artenschutzprüfung ein unverzichtbarer Schritt ist, um den Erhalt der Biodiversität in NRW zu fördern. Durch eine sorgfältige und fundierte Vorprüfung können negative Auswirkungen auf geschützte Arten frühzeitig erkannt und vermieden werden, was letztlich dem Schutz unserer wertvollen Natur zugutekommt.
Bedeutung der Artenschutzprüfung
Die Artenschutzprüfung spielt eine zentrale Rolle im Naturschutz und ist von großer Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität in Nordrhein-Westfalen. Sie stellt sicher, dass bei allen genehmigungspflichtigen Vorhaben die Belange des Artenschutzes von Anfang an berücksichtigt werden. Dies ist nicht nur eine gesetzliche Vorgabe, sondern auch eine ethische Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und der Umwelt.
Ein wesentlicher Aspekt der Artenschutzprüfung ist die frühzeitige Identifikation von potenziellen Risiken für geschützte Arten. Durch die systematische Analyse und Bewertung der geplanten Maßnahmen können negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt minimiert oder sogar ganz vermieden werden. Dies trägt dazu bei, dass Lebensräume erhalten bleiben und die Populationen gefährdeter Arten stabilisiert werden.
Darüber hinaus fördert die Artenschutzprüfung das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge. Planer und Entscheidungsträger werden sensibilisiert, die ökologischen Auswirkungen ihrer Vorhaben zu verstehen und zu berücksichtigen. Dies kann zu innovativen Lösungen führen, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Interessen in Einklang bringen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Transparenz des Verfahrens. Die Artenschutzprüfung ermöglicht es, die Öffentlichkeit in den Planungsprozess einzubeziehen. Bürgerinnen und Bürger können sich über die Auswirkungen von Projekten informieren und ihre Bedenken äußern. Dies stärkt das Vertrauen in die Entscheidungsprozesse und fördert eine aktive Beteiligung an Naturschutzmaßnahmen.
Zusammengefasst ist die Artenschutzprüfung nicht nur ein rechtlicher Schritt, sondern ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen. Sie hilft, die Vielfalt der Arten zu bewahren und die ökologischen Grundlagen für zukünftige Generationen zu sichern.
Ablauf der Vorprüfung
Der Ablauf der Vorprüfung in der Artenschutzprüfung ist ein strukturierter Prozess, der sicherstellt, dass alle relevanten Aspekte des Artenschutzes berücksichtigt werden. Hier sind die wesentlichen Schritte, die in dieser Phase zu beachten sind:
- Erhebung von Daten: Zunächst werden alle verfügbaren Daten über das geplante Vorhaben und das betroffene Gebiet gesammelt. Dazu gehören Informationen über die Flora und Fauna sowie über bestehende Lebensräume.
- Standortanalyse: Eine detaillierte Analyse des Standorts erfolgt, um festzustellen, ob dort geschützte Arten vorkommen. Hierbei werden auch die spezifischen Lebensraumansprüche der Arten berücksichtigt.
- Risikoabschätzung: Im nächsten Schritt erfolgt eine Einschätzung möglicher Konflikte. Es wird geprüft, ob das Vorhaben negative Auswirkungen auf die identifizierten Arten haben könnte.
- Dokumentation: Alle Ergebnisse der Vorprüfung müssen sorgfältig dokumentiert werden. Diese Dokumentation bildet die Grundlage für die weitere Planung und mögliche Genehmigungsverfahren.
- Beratung und Abstimmung: In vielen Fällen ist es sinnvoll, frühzeitig mit Fachbehörden und Naturschutzorganisationen in Kontakt zu treten, um die Ergebnisse der Vorprüfung zu besprechen und gegebenenfalls Anpassungen am Vorhaben vorzunehmen.
Die Vorprüfung ist somit ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass der Artenschutz von Anfang an in die Planung integriert wird. Durch eine gründliche und transparente Vorgehensweise können potenzielle Konflikte frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden an geschützten Arten ergriffen werden.
Identifikation europäisch geschützter Arten
Die Identifikation europäisch geschützter Arten ist ein entscheidender Schritt in der Artenschutzprüfung. Um den Schutz dieser Arten zu gewährleisten, müssen verschiedene Methoden und Ansätze angewendet werden, um ihre Vorkommen im geplanten Projektgebiet zu erkennen.
Ein effektiver Ansatz zur Identifikation umfasst die folgenden Schritte:
- Literaturrecherche: Zunächst sollten bestehende Datenquellen, wie wissenschaftliche Publikationen, Artenschutzberichte und Datenbanken, konsultiert werden. Diese Informationen helfen, ein erstes Bild von den in der Region vorkommenden Arten zu erhalten.
- Felduntersuchungen: Um die tatsächliche Anwesenheit geschützter Arten zu bestätigen, sind gezielte Felduntersuchungen notwendig. Diese sollten zu verschiedenen Jahreszeiten durchgeführt werden, um saisonale Unterschiede im Vorkommen zu berücksichtigen.
- Expertise einholen: Die Zusammenarbeit mit Fachleuten, wie Biologen oder Naturschutzexperten, kann wertvolle Einblicke geben. Diese Experten können bei der Identifikation von Arten helfen und deren Lebensräume besser einschätzen.
- Monitoring und Kartierung: Die Erstellung von Karten, die die Vorkommen geschützter Arten darstellen, ist eine wichtige Maßnahme. Dies ermöglicht eine visuelle Darstellung der Verbreitung und hilft, potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen.
Zusätzlich ist es wichtig, die Relevanz der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie zu beachten, die den rechtlichen Rahmen für den Schutz dieser Arten bilden. Diese Richtlinien definieren die Kriterien, nach denen Arten als schützenswert eingestuft werden.
Durch eine sorgfältige Identifikation europäisch geschützter Arten wird sichergestellt, dass ihre Bedürfnisse im Planungsprozess berücksichtigt werden. Dies ist nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt von Bedeutung, sondern auch für die nachhaltige Entwicklung und den Schutz der natürlichen Ressourcen in NRW.
Bewertung potenzieller Konflikte
Die Bewertung potenzieller Konflikte ist ein wesentlicher Bestandteil der Artenschutzprüfung, insbesondere in der Vorprüfungsphase. Hierbei geht es darum, mögliche negative Auswirkungen eines geplanten Vorhabens auf europäisch geschützte Arten zu identifizieren und zu analysieren.
Um diese Konflikte systematisch zu bewerten, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Lebensraumverlust: Eine der häufigsten Gefahren für geschützte Arten ist der Verlust oder die Veränderung ihres Lebensraums. Es ist wichtig zu prüfen, ob das Vorhaben in einem Gebiet stattfindet, das für bestimmte Arten von Bedeutung ist.
- Störung: Bauarbeiten oder andere Aktivitäten können zu Störungen führen, die sich negativ auf Fortpflanzung, Nahrungssuche oder Wanderverhalten auswirken. Die zeitliche Planung von Maßnahmen sollte daher sorgfältig abgestimmt werden.
- Eintrag von Schadstoffen: Die Möglichkeit, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen, muss ebenfalls bewertet werden. Dies betrifft nicht nur chemische Substanzen, sondern auch Lärm und Licht, die für viele Arten stressig sein können.
- Invasive Arten: Die Einführung oder Ausbreitung invasiver Arten kann ebenfalls zu Konflikten führen. Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um solche Risiken zu minimieren.
Die Ergebnisse dieser Bewertung sollten in einem Bericht dokumentiert werden, der als Grundlage für die weiteren Schritte in der Artenschutzprüfung dient. Bei der Identifikation von Konflikten ist es ratsam, auch die Meinungen von Fachleuten und Naturschutzorganisationen einzuholen, um eine umfassende Sichtweise zu erhalten.
Durch eine gründliche Bewertung potenzieller Konflikte können geeignete Maßnahmen entwickelt werden, um negative Auswirkungen auf geschützte Arten zu vermeiden oder zu minimieren. Dies ist nicht nur im Interesse des Naturschutzes, sondern auch für die Akzeptanz und den Erfolg des Projekts von entscheidender Bedeutung.
Dokumentation der Ergebnisse
Die Dokumentation der Ergebnisse ist ein entscheidender Schritt innerhalb der Artenschutzprüfung, der sicherstellt, dass alle relevanten Informationen systematisch erfasst und für zukünftige Entscheidungen bereitgestellt werden. Eine präzise und umfassende Dokumentation ist nicht nur für die Nachvollziehbarkeit wichtig, sondern auch für die rechtliche Absicherung des Projekts.
Wesentliche Elemente der Dokumentation sind:
- Ergebnisse der Datenanalyse: Alle gesammelten Daten über die identifizierten Arten, deren Lebensräume und potenzielle Konflikte sollten klar und strukturiert festgehalten werden. Dies umfasst sowohl qualitative als auch quantitative Informationen.
- Bewertung der Risiken: Die Ergebnisse der Risikoabschätzung müssen detailliert dokumentiert werden. Hierbei sollten sowohl die identifizierten Konflikte als auch die potenziellen Auswirkungen auf die geschützten Arten aufgeführt werden.
- Empfohlene Maßnahmen: Auf Basis der Bewertung sollten empfohlene Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung von Konflikten dokumentiert werden. Dies kann beispielsweise die Anpassung von Bauzeiten oder die Implementierung von Schutzmaßnahmen umfassen.
- Zusammenarbeit mit Fachbehörden: Alle Abstimmungen und Empfehlungen von Fachbehörden oder Naturschutzorganisationen sollten ebenfalls festgehalten werden, um Transparenz zu gewährleisten und die Zusammenarbeit zu dokumentieren.
Die Dokumentation sollte in einem klaren und verständlichen Format erfolgen, das sowohl für Fachleute als auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Dies fördert nicht nur das Vertrauen in den Planungsprozess, sondern ermöglicht auch eine effektive Kommunikation der Ergebnisse an alle Stakeholder.
Zusammenfassend ist die sorgfältige Dokumentation der Ergebnisse ein unverzichtbarer Bestandteil der Artenschutzprüfung. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte im Genehmigungsprozess und trägt dazu bei, den Schutz der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen nachhaltig zu sichern.
Nutzung des Musterprotokolls
Das Musterprotokoll zur Artenschutzprüfung, das vom LANUV bereitgestellt wird, ist ein wertvolles Werkzeug für Planer und Entscheidungsträger. Es bietet eine strukturierte Vorlage, die alle erforderlichen Schritte und Informationen für die Durchführung der Artenschutzprüfung umfasst. Die Nutzung dieses Protokolls bringt mehrere Vorteile mit sich:
- Standardisierung: Durch die Verwendung eines einheitlichen Protokolls wird sichergestellt, dass alle relevanten Aspekte der Artenschutzprüfung systematisch erfasst werden. Dies fördert die Konsistenz und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse.
- Effizienz: Das Musterprotokoll erleichtert den Planungsprozess, da es klare Anweisungen und Checklisten enthält. Dies spart Zeit und Ressourcen, da weniger individuelle Anpassungen erforderlich sind.
- Rechtssicherheit: Die Anwendung des Protokolls hilft, die gesetzlichen Anforderungen der Artenschutzprüfung zu erfüllen. Dies ist besonders wichtig, um rechtliche Konflikte zu vermeiden und die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens zu gewährleisten.
- Transparenz: Die Dokumentation im Rahmen des Musterprotokolls ermöglicht eine transparente Kommunikation der Ergebnisse an alle Stakeholder, einschließlich der Öffentlichkeit und relevanter Behörden.
Um das Musterprotokoll effektiv zu nutzen, sollten Planer die bereitgestellten Informationen sorgfältig durchgehen und sicherstellen, dass alle erforderlichen Daten und Analysen vollständig erfasst werden. Es ist ratsam, das Protokoll regelmäßig zu aktualisieren und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder rechtliche Vorgaben anzupassen.
Insgesamt trägt die Nutzung des Musterprotokolls dazu bei, die Qualität und Effizienz der Artenschutzprüfung zu erhöhen und somit den Schutz der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen nachhaltig zu unterstützen.
Informationen zu planungsrelevanten Arten
Die Identifikation und das Verständnis von planungsrelevanten Arten sind entscheidend für die Durchführung der Artenschutzprüfung. In Nordrhein-Westfalen konzentriert sich der Prüfumfang auf europäisch geschützte Arten, die in den Anhängen der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie aufgeführt sind. Diese Arten sind besonders schützenswert und benötigen spezifische Lebensräume, die durch menschliche Aktivitäten gefährdet werden können.
Für eine effektive Planung ist es wichtig, folgende Informationen zu berücksichtigen:
- Schutzstatus: Die Einstufung der Arten in die Rote Liste gibt Aufschluss über ihren Gefährdungsgrad. Arten, die als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft sind, erfordern besondere Aufmerksamkeit.
- Lebenszyklus: Kenntnisse über den Lebenszyklus der Arten, einschließlich Fortpflanzungszeiten und Wanderverhalten, sind entscheidend, um zeitliche Konflikte mit geplanten Maßnahmen zu vermeiden.
- Populationsbiologie: Informationen über die Populationsgröße und -dynamik helfen, den Erhaltungszustand der Arten besser zu verstehen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
- Lebensraumansprüche: Jede Art hat spezifische Anforderungen an ihren Lebensraum. Diese Anforderungen müssen bei der Planung berücksichtigt werden, um negative Auswirkungen zu vermeiden.
- Gefährdungsursachen: Das Verständnis der Faktoren, die zur Gefährdung der Arten führen, ist wichtig, um gezielte Schutzstrategien zu entwickeln. Dazu gehören Habitatverlust, Klimawandel und invasive Arten.
Die Informationen zu planungsrelevanten Arten sind im Fachinformationssystem des LANUV zugänglich. Dieses System bietet umfassende Daten zu Vorkommen, Schutzstatus und spezifischen Anforderungen der Arten, die für die Planung und Durchführung von Projekten unerlässlich sind.
Durch die Berücksichtigung dieser Informationen können Planer sicherstellen, dass die Belange des Artenschutzes in den Planungsprozess integriert werden, was letztlich zu einem nachhaltigeren Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen führt.
Zugang zum Fachinformationssystem des LANUV
Der Zugang zum Fachinformationssystem ‘Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen’ (LANUV) ist für alle, die sich mit der Artenschutzprüfung befassen, von großer Bedeutung. Dieses System bietet umfassende Informationen über planungsrelevante Arten und deren Schutzstatus, die für die Durchführung der Artenschutzprüfung unerlässlich sind.
Um auf das Fachinformationssystem zuzugreifen, können folgende Schritte unternommen werden:
- Online-Zugang: Das System ist über die offizielle Website des LANUV erreichbar. Nutzer können sich direkt auf der Plattform anmelden oder registrieren, um Zugriff auf die Daten zu erhalten.
- Suchfunktionen: Das System bietet verschiedene Suchfunktionen, um gezielt nach bestimmten Arten, Lebensräumen oder Schutzstatus zu suchen. Dies erleichtert die gezielte Recherche und das Auffinden relevanter Informationen.
- Ressourcen und Materialien: Neben den Artendaten stehen auch verschiedene Materialien zur Verfügung, wie beispielsweise Leitfäden, Karten und wissenschaftliche Studien, die die Nutzer bei ihrer Arbeit unterstützen.
- Aktualisierungen: Das System wird regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Informationen stets auf dem neuesten Stand sind. Nutzer sollten sich über Änderungen und neue Erkenntnisse informieren, um die Qualität ihrer Prüfungen zu gewährleisten.
Zusätzlich ist es ratsam, sich über die Schulungsangebote des LANUV zu informieren. Diese können helfen, die Nutzung des Fachinformationssystems zu optimieren und ein besseres Verständnis für die verfügbaren Daten und deren Anwendung zu entwickeln.
Insgesamt ermöglicht der Zugang zum Fachinformationssystem des LANUV eine fundierte und datengestützte Durchführung der Artenschutzprüfung, was letztlich dem Schutz der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen dient.
Fazit und Ausblick auf weitere Prüfungsstufen
Die Artenschutzprüfung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Planungsprozesses in Nordrhein-Westfalen, der sicherstellt, dass die Belange des Artenschutzes von Anfang an berücksichtigt werden. Die erste Stufe, die Vorprüfung, legt den Grundstein für die weitere Untersuchung und ist entscheidend für die Identifikation potenzieller Konflikte mit geschützten Arten.
Im Ausblick auf die nächsten Prüfungsstufen ist es wichtig zu betonen, dass die Stufe II eine vertiefte Analyse der identifizierten Arten erfordert. Hierbei werden spezifische Verbotstatbestände geprüft, und es müssen geeignete Vermeidungsmaßnahmen entwickelt werden. Dies ist nicht nur eine rechtliche Anforderung, sondern auch eine Chance, innovative Lösungen zu finden, die den Artenschutz fördern.
In der Stufe III, dem Ausnahmeverfahren, wird die Möglichkeit geprüft, unter bestimmten Bedingungen von den Verboten abzuweichen. Dies erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen den Interessen des Naturschutzes und den geplanten Vorhaben. Die Durchführung von kompensatorischen Maßnahmen wird notwendig sein, um den Erhaltungszustand der betroffenen Populationen zu sichern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Artenschutzprüfung nicht nur ein rechtlicher Prozess ist, sondern auch eine Gelegenheit, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Die kommenden Prüfungsstufen bieten die Möglichkeit, den Dialog zwischen Naturschutz und Planung zu intensivieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ziele berücksichtigen.
Ein proaktiver Ansatz in der Artenschutzprüfung kann dazu beitragen, die Biodiversität in Nordrhein-Westfalen langfristig zu sichern und die Lebensqualität für zukünftige Generationen zu erhalten.
Erfahrungen und Meinungen
Die Artenschutzprüfung Stufe 1 in NRW zeigt in der Praxis häufige Herausforderungen. Anwender berichten von komplexen Anforderungen, die oft unklar erscheinen. Die Vorprüfung soll sicherstellen, dass keine geschützten Arten durch geplante Projekte gefährdet werden. Das klingt einfach, ist aber oft eine Herausforderung.
Ein Problem: Die Datenlage ist nicht immer vollständig. Nutzer von Plattformen berichten, dass oft nicht alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen. Das erschwert die Einschätzung, ob ein Projekt artenschutzrechtlich unbedenklich ist. Viele Anwender wünschen sich eine bessere Datenbasis.
Die Auswertung vorhandener Daten ist entscheidend. Nutzer betonen, dass hier häufig Unsicherheiten bestehen. Viele Projekte scheitern, weil nicht alle Faktoren berücksichtigt werden. Anwender auf Foren beklagen sich über fehlende Unterstützung bei der Analyse der Wirkfaktoren. Diese Unsicherheiten führen nicht selten zu Verzögerungen bei Genehmigungen.
Ein typisches Beispiel betrifft Bauvorhaben in ökologisch sensiblen Gebieten. Hier müssen Anwender oft lange auf Rückmeldungen warten. Die Behörde benötigt Zeit, um die vorgelegten Unterlagen zu prüfen. In dieser Zeit entstehen zusätzliche Kosten und Unsicherheiten. Anwender beschreiben dies als frustrierend.
Das Verfahren selbst ist klar strukturiert. Die Schritte sind nachvollziehbar, doch die Umsetzung gestaltet sich oft schwierig. Viele Anwender ziehen in Betracht, Experten hinzuzuziehen, um die Prüfung zu beschleunigen. Die Kosten dafür sind jedoch ein weiterer Punkt, der viele Projekte gefährdet. Nutzer berichten von hohen Ausgaben für Gutachten.
Ein weiterer Kritikpunkt: die Kommunikation mit den Behörden. Anwender empfinden diese oft als unzureichend. Informationen werden nicht zeitnah weitergegeben. Das führt zu Verwirrung und Unsicherheit über den aktuellen Stand der Prüfung. Nutzer wünschen sich mehr Transparenz und schnellere Rückmeldungen.
Trotz dieser Herausforderungen sehen viele Anwender den Wert der Artenschutzprüfung. Das Bewusstsein für ökologische Belange wächst. Anwender wissen, dass eine sorgfältige Prüfung langfristig den Arten- und Naturschutz sichert. Dennoch bleibt der Wunsch nach einer Vereinfachung des Verfahrens. Viele sehen Potenzial für Verbesserungen in der Kommunikation und der Datenverfügbarkeit.
Insgesamt zeigt sich, dass die Artenschutzprüfung Stufe 1 in NRW notwendig ist, aber auch mit vielen Hürden verbunden bleibt. Anwender müssen oft viel Geduld aufbringen und sich auf unklare Situationen einstellen. Die Erfahrungen variieren stark, doch eines ist klar: Der Schutz der Arten sollte nicht an bürokratischen Hürden scheitern.
FAQ zur Artenschutzprüfung in NRW
Was ist die Artenschutzprüfung Stufe 1?
Die Artenschutzprüfung Stufe 1 ist eine Vorprüfung, die potenzielle Konflikte mit europäisch geschützten Arten identifiziert und sicherstellt, dass die Belange des Artenschutzes vor der Genehmigung von Vorhaben berücksichtigt werden.
Welche Schritte umfasst die Stufe 1 der Artenschutzprüfung?
Die Stufe 1 umfasst die Erhebung von Daten, Standortanalysen, Risikoabschätzungen, Dokumentation der Ergebnisse und frühzeitige Beratung mit Fachbehörden.
Wie wird die Zulässigkeit des Vorhabens geprüft?
Die Zulässigkeit des Vorhabens wird geprüft, indem festgestellt wird, dass keine europäisch geschützten Arten im Projektgebiet vorkommen und dass keine negativen Auswirkungen auf diese Arten zu erwarten sind.
Welche Rolle spielt das Fachinformationssystem des LANUV?
Das Fachinformationssystem des LANUV bietet wertvolle Informationen über planungsrelevante Arten, deren Schutzstatus und Lebensraumansprüche, die für die Artenschutzprüfung unerlässlich sind.
Wie kann die Identifikation europäisch geschützter Arten erfolgen?
Die Identifikation dieser Arten erfolgt durch Literaturrecherche, Felduntersuchungen, Einholung von Expertisen und die Erstellung von Vorkommen-Karten.



