Thüringen und seine Wildtiere: Artenvielfalt zwischen Wald und Feld

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13.09.2026 29 mal gelesen 0 Kommentare
  • Thüringens Wälder bieten Wildkatzen, Luchsen, Rothirschen und zahlreichen Fledermausarten wichtige Rückzugsräume.
  • Feldlandschaften beherbergen unter anderem Feldhamster, Rebhühner und Rotmilane, deren Bestände durch intensive Landwirtschaft und den Verlust vielfältiger Strukturen bedroht sind.
  • Hecken, artenreiche Wiesen, naturnahe Gewässer und vernetzte Schutzgebiete stärken die Biodiversität zwischen Wald und Feld.

Heimische Säugetiere zwischen Wald und Feld

Thüringen bietet Säugetieren viele passende Lebensräume. Dichte Wälder, breite Flussauen, Streuobstwiesen und offene Felder liegen oft nah beieinander. Diese Mischung schafft Nahrung, Verstecke und sichere Wege für viele Arten.

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Im Wald finden Wildkatze, Luchs und Haselmaus Deckung. Die Haselmaus lebt gern in dichten Hecken und an sonnigen Waldrändern. Sie frisst Knospen, Beeren, Nüsse und Insekten. Im Winter ruht sie in einem Nest am Boden.

An Bächen und Flüssen baut der Biber seine Dämme. Dadurch entstehen flache Teiche und nasse Ufer. Davon profitieren Frösche, Libellen, Fische und Wasservögel. Der Biber formt seinen Lebensraum also selbst.

Auf Feldern suchen Rehe, Wildschweine und Feldhasen nach Nahrung. Hecken, Feldraine und kleine Gehölze sind für sie besonders wichtig. Sie bieten Schutz vor Wetter, Feinden und starkem Verkehr. Fehlen diese Strukturen, müssen die Tiere weitere Wege zurücklegen.

Fledermäuse jagen nachts über Wiesen, Teichen und Waldrändern. Sie brauchen alte Bäume mit Höhlen sowie ruhige Quartiere in Gebäuden. Helle Lampen können ihre Flugwege stören. Dunkle Korridore zwischen Wald und Feld helfen ihnen.

Auch der Wolf und der Goldschakal können Thüringen durchstreifen. Für größere Räuber zählen ruhige Rückzugsorte und ein gutes Nahrungsangebot. Zerschneidet Straßenbau ihre Wege, wird die Wanderung schwieriger. Grünbrücken und breite Waldkorridore können solche Hindernisse mindern.

Wer Wildtiere beobachten möchte, sollte Abstand halten. Jungtiere wirken oft allein, sind aber nicht automatisch verlassen. Hunde gehören in sensiblen Gebieten an die Leine. So bleiben Wald und Feld Rückzugsräume für Thüringens Tierwelt.

Biber und Haselmaus: Leben an Bach und Waldrand

Biber und Haselmäuse zeigen, wie eng Wasserlauf und Waldrand in Thüringen verbunden sind. Beide Arten brauchen dichte Deckung, passende Nahrung und ruhige Rückzugsorte. Ihre Spuren bleiben oft länger sichtbar als die Tiere selbst.

Der Biber fällt gefällte Weiden und Pappeln meist dicht über dem Boden. Seine breiten Schneidezähne wachsen lebenslang nach. Mit Ästen, Schlamm und Steinen baut er Dämme. So hebt er den Wasserstand und schafft flache Teiche.

Diese Teiche halten Wasser auch nach trockenen Wochen. Sie bieten Molchen, Fröschen und Wasserinsekten neue Laichplätze. Tote Stämme locken Käfer an. Der Biber schafft damit kleine Lebensräume für viele weitere Arten.

Typische Spuren sind angenagte Stämme, Rutschen am Ufer und schmale Pfade ins Wasser. Solche Zeichen sollte niemand zerstören. Dämme dürfen nur nach Prüfung durch die zuständige Behörde verändert werden. Der Biber ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Die Haselmaus ist kein echtes Maustier, sondern gehört zur Familie der Bilche. Sie klettert geschickt durch Sträucher und schläft den Winter in einem Nest am Boden. Ihren Namen verdankt sie ihrer Vorliebe für Haselnüsse. Im Sommer frisst sie auch Blüten, Beeren und kleine Tiere.

Haselmäuse brauchen dichte Hecken mit vielen Sträuchern. Hasel, Brombeere, Weißdorn und Schlehe liefern Nahrung zu verschiedenen Zeiten. Kahle Randstreifen helfen ihnen kaum. Ein gestufter Waldrand mit Kräutern, Büschen und jungen Bäumen ist viel wertvoller.

Wer eine Haselmaus entdecken möchte, sollte nach kugeligen Nestern in niedrigen Zweigen suchen. Nagespuren an Haselnüssen können Fachleuten beim Nachweis helfen. Bitte öffnen oder versetzen Sie die Nester nicht. Für sichere Funde eignen sich Meldestellen des NABU Thüringen.

Schutz beginnt am Übergang zwischen Bach, Hecke und Wald. Breite Uferstreifen, heimische Sträucher und alte Bäume sichern dort Nahrung und Deckung. Wer Gehölze pflegt, sollte abschnittsweise arbeiten. So bleiben Rückzugsorte das ganze Jahr über erhalten.

Lebensräume und Schutzbedürfnisse heimischer Wildtiere

Wildtier Typischer Lebensraum Nahrung Besondere Schutzanforderung
Biber Bäche, Flüsse und Auen Rinde, Zweige und Wasserpflanzen Naturnahe Ufer, ausreichend Gehölze und Schutz seiner Dämme
Haselmaus Dichte Hecken und strukturreiche Waldränder Nüsse, Beeren, Knospen und Insekten Heimische Sträucher, gestufte Waldränder und ungestörte Nester
Luchs Große, ruhige Waldgebiete Vor allem Rehe Vernetzte Wälder, sichere Wanderkorridore und wenig Störung
Wildkatze Alte, strukturreiche Wälder Mäuse, Wühlmäuse und junge Kaninchen Breite Waldsäume, sichere Querungen und Abstand zu Menschen
Fledermaus Wälder, Wiesen, Teiche und Gebäude Nachtaktive Insekten Alte Bäume, geschützte Quartiere und dunkle Flugkorridore
Wolf Ruhige Wälder, Flussläufe und wenig genutzte Randbereiche Wildtiere und Aas Große Rückzugsräume, sichere Wanderwege und Herdenschutz
Goldschakal Feldraine, Schilf und ruhige Randflächen Mäuse, Aas, Früchte und junge Wildtiere Ungestörte Randbereiche und fachlich geprüfte Nachweise
Feldhase Offene Felder mit Hecken und Feldrainen Gräser, Kräuter und Feldfrüchte Strukturreiche Agrarlandschaften und sichere Rückzugsorte

Luchs in Thüringen: Rückkehr in den Thüringer Wald

Der Luchs kehrt nach rund 200 Jahren nach Thüringen zurück. Im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge häufen sich Hinweise auf die scheue Katze. Einzelne Nachweise gibt es auch in der Rhön, im Hainich, im Südharz und auf der Hohen Schrecke.

Der Luchs braucht große, ruhige Waldgebiete. Dichte Bestände bieten ihm Deckung. Rehe bilden den wichtigsten Teil seiner Beute. Ein erwachsenes Tier kann ein Revier von mehreren hundert Quadratkilometern nutzen.

Für seine Rückkehr zählt nicht nur die Größe des Waldes. Auch sichere Verbindungen zwischen den Waldgebieten sind nötig. Straßen, Siedlungen und stark genutzte Flächen teilen solche Wege. Der Luchs sucht deshalb weiter nach passenden Lebensräumen in Thüringen.

Nachweise entstehen durch Fotofallen, Haarproben und Trittsiegel. Ein einzelner Hinweis beweist noch keine feste Ansiedlung. Fachleute prüfen deshalb Bild, Ort, Datum und Spuren. Diese Prüfung schützt den Luchs vor falschen Meldungen.

Wer einen Luchs sieht, sollte Abstand halten und das Tier nicht verfolgen. Ein Foto aus sicherer Entfernung kann helfen. Bitte melden Sie den Fund mit Ort und Zeit an die zuständige Naturschutzstelle oder an den NABU Thüringen.

Der Luchs meidet Menschen meist. Begegnungen bleiben selten. Gefährlich wird die Rückkehr vor allem durch zerschnittene Wege, Störungen und illegale Verfolgung. Ruhige Waldkorridore und verlässliche Schutzregeln verbessern seine Chancen.

Wildkatze und Wolf: Seltene Räuber im Freistaat

Wildkatze und Wolf gehören zu den seltenen Räubern in Thüringen. Beide Arten meiden meist den direkten Kontakt mit Menschen. Trotzdem stellen Straßen, Zäune und große Agrarflächen für sie ernste Hindernisse dar.

Die Europäische Wildkatze lebt vor allem in alten, strukturreichen Wäldern. Sie jagt Mäuse, Wühlmäuse und junge Kaninchen. Dichte Säume, Brombeerfelder und umgestürzte Bäume geben ihr Deckung. Ihre größte Gefahr liegt in der Vermischung mit Hauskatzen.

Eine sichere Bestimmung gelingt nur mit Fachwissen. Das Fell der Wildkatze wirkt oft grau und zeigt dunkle Streifen. Ein buschiger Schwanz mit klaren Ringen kann ein Hinweis sein. Fotos und tote Tiere sollten deshalb Fachleute prüfen.

Wichtig für die Wildkatze sind breite Waldsäume. Sie verbinden einzelne Waldstücke und bieten Beute. Kleine Durchlässe unter Straßen können sichere Wege schaffen. Wer eine vermeintliche Wildkatze findet, sollte sie nicht anfassen oder füttern.

Der Wolf nutzt Thüringen vor allem als Wanderraum. Einzelne Tiere können große Strecken zurücklegen. Sie folgen oft Waldkanten, Flussläufen und wenig genutzten Wegen. Hinweise liefern Fotofallen, Losungen und genetische Proben.

Ein Wolf greift Menschen nur äußerst selten an. Begegnungen bleiben meist kurz, weil das Tier ausweicht. Hundehalter sollten ihren Hund bei einer Sichtung anleinen und ruhig weitergehen. Füttern oder Anlocken ist niemals sinnvoll.

Für Nutztierhalter zählen wirksame Schutzmaßnahmen. Elektrische Zäune mit ausreichender Höhe und guter Spannung erschweren den Zugang. Herdenschutzhunde können zusätzlich helfen. Bei einem Riss prüft die zuständige Stelle die Spuren und mögliche Ausgleichsfragen.

  • Abstand halten und nicht hinterherlaufen
  • Hunde sofort anleinen
  • Ort, Zeit und Verhalten notieren
  • Keine Fotos aus gefährlicher Nähe aufnehmen
  • Hinweise an die zuständige Naturschutzbehörde melden

Wildkatze und Wolf brauchen Ruhe, Nahrung und sichere Wege. Vernetzte Wälder helfen beiden Arten. Gleichzeitig senken klare Regeln Konflikte mit Menschen und Nutztieren.

Fledermäuse und Goldschakal: Verborgenes Leben entdecken

Fledermäuse und Goldschakal zeigen, wie vielfältig Thüringens Tierwelt auch abseits bekannter Wege ist. Beide Säuger bleiben oft unbemerkt. Ihre Spuren lassen sich dennoch mit etwas Geduld erkennen.

In Thüringen kommen mehrere Fledermausarten vor. Sie jagen nachts mit Hilfe von Ultraschall. Dabei senden sie sehr hohe Laute aus und werten deren Echo aus. So finden sie Insekten auch bei völliger Dunkelheit.

Jede Art nutzt andere Orte. Einige Tiere schlafen in Baumhöhlen. Andere beziehen Dachböden, Mauerspalten oder Keller. Im Winter brauchen sie frostfreie Quartiere mit wenig Störung.

Gefährlich sind verschlossene Einflugstellen, Sanierungen zur falschen Zeit und fehlende Altbäume. Wer ein Gebäude umbaut, sollte bekannte Quartiere vorher prüfen lassen. Fledermäuse dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

  • Einfluglöcher an bekannten Quartieren offen lassen
  • alte Bäume mit Höhlen erhalten
  • Fledermäuse im Winter nicht wecken
  • keine Tiere aus eigener Hand umsiedeln
  • bei Funden eine Fachstelle oder den NABU Thüringen fragen

Der Goldschakal breitet sich in Europa langsam nach Westen aus. Auch Thüringen kann er auf seinen Wanderungen erreichen. Das Tier ähnelt einem kleinen Wolf, besitzt aber einen gedrungenen Körper und eine kürzere Schnauze.

Goldschakale sind anpassungsfähig. Sie fressen Mäuse, junge Wildtiere, Aas und Früchte. Dichte Feldraine, Schilf und ruhige Randbereiche bieten ihnen Schutz. Ein fester Bestand lässt sich jedoch erst durch mehrere geprüfte Nachweise belegen.

Ein einzelner Ruf oder ein unscharfes Foto reicht dafür nicht aus. Fachleute vergleichen Bilder, Tonaufnahmen und genetische Spuren. Wer ein mögliches Tier entdeckt, sollte Abstand halten und den Fund mit Ort, Datum und Uhrzeit melden.

Beobachten statt eingreifen: Dieses Prinzip hilft bei beiden Arten. Dunkle Nächte, alte Quartiere und ungestörte Randflächen sichern Fledermäusen und Goldschakalen wichtige Lebensräume.

Vögel gefunden: So helfen Sie einem Fundtier

Ein junger Vogel am Boden braucht nicht immer Hilfe. Viele Nestlinge verlassen ihr Nest, bevor sie sicher fliegen. Die Eltern suchen sie weiter und versorgen sie in der Nähe.

Beobachten Sie zuerst aus Abstand. Sitzt der Vogel aufgeplustert unter einem Busch, reagiert kaum oder blutet, braucht er rasche Hilfe. Auch ein Vogel mit hängendem Flügel, Atemnot oder sichtbaren Krämpfen gehört sofort in fachkundige Hände.

  • Bringen Sie das Tier vorsichtig in einen kleinen Karton.
  • Polstern Sie den Boden mit Küchenpapier oder einem Handtuch.
  • Sorgen Sie mit Luftlöchern für frische Luft.
  • Stellen Sie den Karton dunkel, warm und ruhig auf.
  • Geben Sie kein Wasser und kein Futter.

Verletzte Vögel müssen schnell zu einer Wildvogelstation oder zu einem vogelkundigen Tierarzt. Besonders kritisch sind blutende Wunden, Katzenkontakt und sichtbare Knochen. Auch ohne äußere Wunde können Bakterien schwere Schäden auslösen.

Prüfen Sie nach etwa vier Stunden vorsichtig den Zustand. Der Vogel sollte wach sein und glatt anliegendes Gefieder zeigen. Kopf und Schwanz dürfen nicht schief stehen. Beide Flügel müssen am Körper liegen, die Füße normal greifen.

Zeigt das Tier keine Auffälligkeiten, setzen Sie den Karton am Fundort ab. Öffnen Sie ihn in Bodennähe und treten Sie einige Meter zurück. Ein kräftiger Vogel fliegt oder hüpft selbstständig davon.

Bleibt er sitzen, kippt um oder wirkt schwach, schließen Sie den Karton wieder. Suchen Sie dann eine örtliche Wildvogelhilfe. Nennen Sie Fundort, Uhrzeit und mögliche Gefahren wie Glas, Verkehr oder Katzen.

Greifen Sie nur ein, wenn eine erkennbare Gefahr oder Verletzung vorliegt. So bleibt die natürliche Versorgung durch die Eltern erhalten.

Schmalschafe in Thüringen: Jagdzeit vom 1. August bis 15. Januar

Schmalschafe dürfen in Thüringen ausschließlich vom 1. August bis zum 15. Januar bejagt werden. Gemeint sind junge weibliche Schafe beim Rehwild, die noch kein Kitz geführt haben. Die Jagdzeit umfasst damit jedes Jahr den Zeitraum vom 1. August bis 15. Januar.

Die passende Antwort lautet: C: Schmalschafe. Die übrigen Begriffe bezeichnen andere Wildarten oder Altersgruppen. Für Ricken, Dachse, Elstern und Graureiher gelten jeweils eigene Vorgaben.

Für die Praxis zählt eine sichere Ansprache des Tieres. Alter, Geschlecht und Wildart müssen vor dem Schuss klar sein. Bei Zweifel gilt: nicht schießen. Zusätzlich müssen Jäger die aktuelle Thüringer Jagdverordnung, Schonzeiten und mögliche Schutzregeln beachten.

Die Jagdzeit ist nicht mit einer Pflicht zur Jagd gleichzusetzen. Sie nennt nur den Zeitraum, in dem die Bejagung grundsätzlich erlaubt sein kann. Weitere Regeln können hinzukommen, etwa Vorgaben für Schutzgebiete oder lokale Anordnungen.

Wer Wild im Wald beobachtet, sollte Abstand halten und Wege nicht verlassen. Bei Fragen zu einer konkreten Jagdzeit hilft die zuständige Jagdbehörde in Thüringen. Rechtsverbindlich ist stets die aktuelle Fassung der geltenden Vorschriften.

NABU Thüringen: Schutzprojekte für heimische Wildtiere

Der NABU Thüringen verbindet Schutz, Forschung und Mithilfe vor Ort. Seine Projekte helfen dabei, seltene Säugetiere zu erfassen und ihre Lebensräume besser zu sichern. Besonders wertvoll sind Meldungen aus Regionen, in denen sich Tierarten neu ausbreiten.

Beim Luchs-Monitoring sammeln Fachleute Hinweise aus Fotofallen, Spuren und Beobachtungen. Bürger können Ort, Datum und Bildmaterial melden. Diese Daten zeigen, welche Wege der Luchs nutzt und wo Schutz nötig ist.

Auch für die Wildkatze gibt es Mitmach-Aktionen. Haarfallen an geeigneten Stellen liefern genetische Proben, ohne die Tiere zu fangen. So lässt sich prüfen, ob Wildkatzen zwischen Waldgebieten wandern.

Für die Haselmaus zählt der Erhalt dichter Hecken und gestufter Waldränder. Freiwillige kontrollieren Nistkästen und melden Funde. Die Daten geben Hinweise auf passende Lebensräume und Lücken im Biotopverbund.

Beim Fledermausschutz stehen Quartiere in Kirchen, Häusern und alten Bäumen im Mittelpunkt. Fachleute beraten vor Sanierungen. Dadurch können Einflugstellen erhalten und Arbeiten besser geplant werden.

  • Beobachtungen mit Ort und Datum melden
  • keine Tiere oder Nester berühren
  • Quartiere vor Bauarbeiten prüfen lassen
  • bei Aktionen des NABU Thüringen mithelfen
  • Hinweise an die örtliche Fachgruppe weitergeben

Der Schutz des Bibers zeigt, wie wichtig Beratung vor Ort ist. Wo Dämme Wege oder Flächen beeinflussen, suchen Fachleute nach Lösungen. Häufig helfen breitere Uferstreifen, Schutzgitter oder kleine bauliche Anpassungen.

Wer sich engagiert, kann Artenkenntnis praktisch lernen. Der NABU Thüringen informiert über regionale Gruppen, Meldestellen und passende Mitmachprojekte. So wird aus einer Beobachtung ein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt.

Fazit: Wildtiere schützen und Funde richtig melden

Wildtiere in Thüringen brauchen vor allem Ruhe, sichere Wege und passende Rückzugsorte. Wer ein Tier entdeckt, kann mit besonnenem Verhalten viel bewirken. Bleiben Sie auf Wegen, halten Sie Abstand und verzichten Sie auf Lockrufe oder Futter.

Bei einer Meldung zählen prüfbare Angaben. Notieren Sie Ort, Datum, Uhrzeit und die geschätzte Entfernung. Beschreiben Sie das Tier sachlich. Fotos, Spuren oder Tonaufnahmen helfen, wenn sie ohne Nähe und ohne Störung entstanden sind.

  • Fundort mit möglichst genauer Ortsangabe festhalten
  • Tier nicht verfolgen oder einkreisen
  • Hunde sofort sichern
  • verletzte Tiere nicht selbst behandeln
  • Beobachtung an eine zuständige Fachstelle melden

Besondere Vorsicht gilt bei Wildtieren an Straßen. Bremsen Sie früh, fahren Sie langsam und rechnen Sie mit weiteren Tieren. Ein verletztes Tier auf der Fahrbahn darf niemand selbst bergen. Sichern Sie die Stelle nur aus sicherem Abstand und rufen Sie Polizei oder zuständige Hilfe.

Auch rechtliche Vorgaben gehören zum Schutz. Schmalschafe dürfen in Thüringen vom 1. August bis 15. Januar bejagt werden. Diese Frist erlaubt die Jagd nicht automatisch an jedem Ort. Revierregeln, Schutzgebiete und weitere Vorschriften können gelten.

Wer Funde sauber meldet, verbessert die Datengrundlage für Schutzprojekte. Aus vielen einzelnen Hinweisen entsteht ein genaueres Bild der Tierwelt. So lässt sich erkennen, wo Querungen, Ruhezonen oder neue Hilfen nötig sind.

Das wichtigste Fazit: Beobachten Sie aufmerksam, greifen Sie nur bei klarer Not ein und melden Sie besondere Nachweise mit genauen Daten. Damit schützen Sie die Wildtiere Thüringens, ohne ihr Verhalten zu stören.


FAQ zur heimischen Tierwelt in Thüringen

Welche Wildtiere leben in Thüringen?

In Thüringen leben unter anderem Biber, Haselmäuse, Luchse, Wildkatzen, Fledermäuse, Wölfe, Goldschakale und Feldhasen. Je nach Art nutzen sie Wälder, Flussauen, Hecken, Waldränder oder offene Feldlandschaften.

Wo findet man den Luchs in Thüringen?

Hinweise auf den Luchs gibt es vor allem im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge. Einzelne Nachweise stammen außerdem aus der Rhön, dem Hainich, dem Südharz und der Hohen Schrecke. Der Luchs benötigt große, ruhige und miteinander verbundene Waldgebiete.

Wie kann man Wildtiere in Thüringen schützen?

Wildtiere profitieren von naturnahen Lebensräumen, sicheren Wanderkorridoren, alten Bäumen, strukturreichen Waldrändern und ungestörten Rückzugsorten. Menschen sollten Abstand halten, Hunde in sensiblen Gebieten anleinen und Tiere oder Nester nicht berühren.

Was sollte man bei einer Wildtiersichtung beachten?

Beobachtungen sollten aus sicherer Entfernung erfolgen, ohne das Tier zu verfolgen oder anzulocken. Ort, Datum, Uhrzeit und Verhalten können notiert und zusammen mit unaufdringlich aufgenommenen Fotos an eine zuständige Naturschutzstelle oder den NABU Thüringen gemeldet werden.

Was ist bei einem verletzten Wildvogel in Thüringen zu tun?

Ein verletzter Vogel sollte vorsichtig in einen mit Küchenpapier oder einem Handtuch gepolsterten Karton gesetzt werden. Der Karton braucht Luftlöcher und sollte an einem ruhigen, dunklen Ort stehen. Zunächst darf der Vogel weder Wasser noch Futter erhalten. Bei Blutungen, hängenden Flügeln oder anderen sichtbaren Verletzungen sollte er umgehend zu einer Wildvogelstation oder zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden.

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Zusammenfassung des Artikels

Thüringens vielfältige Lebensräume bieten zahlreichen Säugetieren Nahrung und Schutz, doch Vernetzung, Ruhe und naturnahe Strukturen sind für ihren Erhalt entscheidend.

Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Bleiben Sie auf den Wegen und halten Sie Abstand: Beobachten Sie Wildtiere wie Luchs, Wildkatze, Wolf oder Biber ruhig aus sicherer Entfernung und verfolgen Sie sie keinesfalls.
  2. Sichern Sie Hunde in sensiblen Lebensräumen: An Waldrändern, in Auen und während der Brut- und Aufzuchtzeit sollten Hunde angeleint bleiben, damit Wildtiere ungestört bleiben.
  3. Schützen Sie strukturreiche Lebensräume: Erhalten oder pflanzen Sie heimische Hecken, Feldraine und gestufte Waldränder. Sie bieten Haselmäusen, Feldhasen, Wildkatzen und vielen weiteren Arten Nahrung und Deckung.
  4. Bewahren Sie dunkle und alte Strukturen: Lassen Sie alte Bäume mit Höhlen, Fledermausquartiere und unbeleuchtete Flugkorridore erhalten. Bei Bau- oder Sanierungsarbeiten sollten mögliche Quartiere vorher fachlich geprüft werden.
  5. Melden Sie besondere Beobachtungen sorgfältig: Notieren Sie Ort, Datum, Uhrzeit und Ihre Beobachtung. Fotos, Spuren oder Tonaufnahmen können Naturschutzstellen oder dem NABU Thüringen helfen, Nachweise zu prüfen – ohne die Tiere oder ihre Nester zu berühren.

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